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Thüringer Wald – Erholungsraum

aus 978-3-14-100271-3 auf Seite 22 Abb. 2
Diercke Karte Thüringer Wald – Erholungsraum

 
Thüringer Wald – Erholungsraum

Der Thüringer Wald zählt zu den bedeutendsten landschaftlichen und kulturhistorischen Anziehungspunkten des Tourismus im mittleren Teil Deutschlands. Die Karte zeigt den nordwestlichen Abschnitt des Gebirges zwischen Eisenach und Ilmenau.

Sommertourismus
Das stark bewaldete Gebirge wird von einem Netz an Wanderwegen durchzogen. Bekanntester Wanderweg ist der 169 Kilometer lange Rennsteig, der auf dem Gebirgskamm von Hörschel an der Werra bis nach Blankenstein an der Saale führt. Der älteste Fernwanderweg Deutschlands war zeitweilig ein Grenzweg zwischen dem Herzogtum Franken und der Landgrafschaft Thüringen. 1896 wurde der Rennsteigverein gegründet, der die gesamte Strecke mit einem weißen „R“ markierte. Nach 1945, mit der Gründung der DDR, waren große Teile des Weges aufgrund der Nähe zur deutsch-deutschen Grenze bis 1990 unzugänglich. Seit der Wiedervereinigung wird der Rennsteig jedoch wieder gerne genutzt. Im Jahr 2000 wurde der Rennsteig-Radwanderweg eröffnet.
Zu den vielfältigen touristischen Angeboten des Thüringer Waldes zählen Museen wie das Waffenmuseum in Suhl, das Aktivmuseum in Breitungen und das Schaubergwerk Finstertal. Daneben gibt es zahlreiche Badeseen, Hallenbäder und Freilichtbühnen (Theater). Der Rennsteiggarten in Oberhof zählt zu den bedeutendsten touristischen Einrichtungen der Region. Die Pflanzen im Rennsteiggarten gehören zur Gebirgsvegetation. Zu den meist besuchten Sehenswürdigkeiten ganz Thüringens zählt die Wartburg bei Eisenach, die seit 1999 zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt.

Wintertourismus
Neben verschiedenen Ski-Langlauf-Möglichkeiten hat der Thüringer Wald mehrere Abfahrtshänge. Ein Zentrum für den Skitourismus ist Tabarz am Großen Inselsberg. Weitere Zentren bilden Masserberg (außerhalb der Karte) und Oberhof. In Oberhof befindet sich das größte Biathlon-Stadion Deutschlands. Biathlon ist eine kombinierte Sportart aus Skilanglauf und Schießen. Jedes Jahr werden hier Biathlon-Weltcups ausgetragen, 2004 war Oberhof Gastgeber der Biathlon-Weltmeisterschaften. Außerdem verfügt der Ort über zwei Sprungschanzen und eine Rennrodelbahn, die im Sommer als Sommerbobbahn genutzt wird. Im gesamten Thüringer Wald gibt es weitere kleinere und größere Rodel- und Skihänge. In Steinach (Landkreis Sonneberg) liegt mit der Skiarena „Silbersattel“ Thüringens größtes Skigebiet. Im Sommer wird das Gebiet als „Bikepark“ genutzt.
Trotz der guten Angebote für Skifahrer zählt der Thüringer Wald die meisten Touristen im Sommer. In den Monaten Juni und August übernachteten 2009 über 400 000 Touristen im Thüringer Wald. Die meisten Touristen stammten dabei aus Deutschland und verbrachten etwa drei Tage in der Region.

Verkehrserschließung
Durch die am Fuße des Thüringer Waldes verlaufende Autobahn A 4 ist der Erholungsraum gut zu erreichen. Die A 71 durchquert das Gebirge bei Oberhof im längsten Autobahntunnel (8 km) Deutschlands. Auch die Eisenbahnstrecke zwischen Erfurt und Schweinfurt quert den Thüringer Wald bei Oberhof.
H. Kiegel, M. Schneider



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